Donnerstag, 1. Juni 2017

Barfuß zum Flughafen Köln

Unkontrollierbares Jodeln und Raspeln: Gestern war noch höchst unklar, ob meine Stimme für den professionellen Einsatz taugen würde, heute in Köln, als Synchronstimme des Vampirjägers Manni in "Der kleine Vampir". Selten habe ich so viele Lutschtabletten verzehrt und so wenig gequasselt wie ich seit gestern. Früh lag ich in der Koje, und bevor ich heute einen ersten Sprachtest durchführte, betete ich zunächst zum Schutzpatron der Schauspieler Genesius von Rom sowie zu Hubertus von Lüttich, dem der Jäger. Und siehe: Unter dicken Schleimschichten fand ich sie wieder: Meine Stimme. Glück gehabt! 


Also machte ich Manni hörbar, diesen schüchternen, erfindungsreichen Knecht, der am Ende der Story über sich hinauswächst. Huch, mehr darf ich ja noch nicht verraten...

Da ich früher fertig war als gedacht, trimmtrabte ich barfuß vom Studio in der Südstadt bis zum Flughafen. Herrlich wärmte mich der sonnensatte Asphalt; an manchen Stellen schien mir der Bitumen bereits kuschelweich. Ja, ab heute haben wir meteorologischen Sommer. 

So sehr das Kölner Pflaster an Fußbodenheizung erinnert, so sehr muss man hier bisweilen Obacht geben: In den breiten Ritzen der Kopfsteinpflaster am Rheinufer liegen die Scherben hunderter Karnevalsumzüge. Gekehrt wird hier scheinbar nie - oder wenn doch, dann eben op Kölsche Art, also in die Fugen. Et hat noch immer jot jejange. 

Ein Höhepunkt des Weges ist die Rodenkirchener Autobahnbrücke; hinter plexigläserner Schutzwand, parallel zum Brummbrumm, verläuft ein feiner Gehweg, von dem aus man einen klassischen Panoramablick genießt: 


Auf dem Rücken trug ich übrigens einen roten Schulranzen von 1973, was mir die Kommentare der Passanten einbrachte, zahlreich wie die Kölschglasscherben: "Jetzt aber schnell; Schule fängt an!"


Schon oft bin ich diesen Weg geradelt und gerollert, aber noch nie gelaufen, und barfuß schon gar nicht. Dabei ist kaum ein Flughafen so angenehm zu Fuß zu erreichen wie Köln/Bonn. Sogar schwere Reiserollkoffer lassen sich auf allen Strassenbelägen gut bewegen. Bestimmt gibt es auch eine naturnähere Alternative zur Porzer Einkaufsmeile - aber als Sensibelchen bevorzuge ich bis auf weiteres glatte Laufgründe. 16 km von Tür zu Tür; liefe man in die andere Richtung, könnte man den Transfer mit einem kurzen Fußbad im Rhein abschließen. Idee: Zukünftig führe ich eine Faltschüssel mit, für Fußbäder am Ziel. 

Gleich geht's heim, nach München. Schuhe ziehe ich heut' keine mehr an. Schönen Feierabend allerseits! 


Kommentare:

  1. Stark.
    Wir nennen es #Turnschuhpendeln.
    Im Detail stimmt das ja nun nicht. Aber das Pendeln per pedes vereint dann nun doch.
    Weiterhin teuteuteu.

    AntwortenLöschen
  2. Stark.
    Wir nennen es #Turnschuhpendeln.
    Im Detail stimmt das ja nun nicht. Aber das Pendeln per pedes vereint dann nun doch.
    Weiterhin teuteuteu.

    AntwortenLöschen