Sonntag, 25. Juni 2017

Pack die Badehose ein...

...und den Einkaufszettelvortrag, und dann nüscht wie raus zur Nordsee. Bädertournee - sowas wollte ich immer schon mal machen. Hoëcker hat's vorgemacht, und jetzt bin ich dran, nach zwei Jahren Planung. Endlich lerne ich (fast) alle Ostfriesischen Inseln kennen - als Oldenburger fährt man normalerweise immer nur nach Wangerooge, da dieses Eiland früher zum Großherzogtum gehörte und sich darum alle Schullandheime etc. dort befinden. Morgen gehts auf Borkum los, danach folgt Norderney, Mittwoch Langeoog, weiter weiß ich nicht auswendig. 

Gestern erst noch beim Münchener Filmfest vorbeigeschaut. "Die Freibadclique" von Friedemann Fromm. Über eine eben solche, die Ende 44 an den Westwall geschickt wird. Toll talentierte Teenager im Cast, aber die Story (Romanvorlage von Oliver Stortz) ist nicht leicht zu verfilmen: Nach zwei Drittel Kriegsfilm kommt ein Drittel Schieberkrimi mit Liebeswirren. Auf das Deutsche Drama (mein Onkel Andreas dürfte ähnlich gestorben sein wie das erste Opfer im Film) folgen individuelle Schicksale, und die Kraft lässt nach. 

Warum ausgerechnet dieser Film? Weil er zum Tag passte. Wir besuchten nämlich gestern morgen vor meiner Wankbesteigung die Wallfahrtskirche St. Anton in Partenkirchen, und vorm Eingang hängen kleine Holztäfelchen mit den Namen Gefallener, oft plus Photo. "In Gedenken an meinen lieben Sohn..." steht drüber, Lebensdaten und Sterbeort. Ich schritt die Holztäfelchen ab, der Kloß im Hals wurde groß und größer, und als ich an eine Tafel kam, auf der an gleich vier Brüder erinnert wurde, zwei davon Zwillinge, alle Anfang zwanzig, musste ich weinen. Hatte bisher immer gemeint, dass nach zwei gefallenen Söhnen der Rest von der Front abgezogen worden war. 

Ich heiße mit zweitem Namen Andreas, so wie mein Onkel. Er galt bis 1980 (?) als vermisst, erst dann wurden auf einem Acker in der Eifel seine Knochen nebst Erkennungsmarke gefunden. Mein Opa hoffte bis zu seinem Tod, dass Andreas eines Tages lebend aufkreuzen würde, und ich kann mich noch an die regelmäßigen Infobriefe vom Suchdienst des DRK erinnern. 

Höre ich EU-Verächtern zu, erwacht Andreas Boning in mir, und es ist Andreas, der durch meinen Mund antwortet. 

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