Dienstag, 30. Januar 2018

Nordsee ist Mordsee

Manchmal muss man für Finisher-T-Shirts nichts tun - außer an der Startlinie stehen. Im Falle des „Wilhelmshavener Leuchtturmschwimmens 2014“ war die Startlinie wässrig und der Stand wackelig: Auf zwei Dutzend Schlauchbooten der DLRG warteten damals hundert neoprenierte Langstreckenschwimmer, darunter auch ich, auf den Startschuss. Die Gummi-Armada schwankte am Fuße des Arngaster Leuchtturms, gelegen in der Mitte des Jadebusens, von wo es nach dem Peng über 6,5 km zum Wilhelmshavener Südstrand gehen sollte. Über der Sportlergemeinde zog es zu, schwarze Wolkengebilde schoben sich zwischen Firmament und die kabbelige Nordsee. Ein Weilchen beriet sich die Wettkampfleitung, telefonierte mit dem Deutschen Wetterdienst, und schließlich wurde die Veranstaltung wegen Gewittergefahr abgesagt - wie bereits einige Male in den Jahren zuvor. Schade, umsonst angereist. Ganz umsonst? „Immerhin haben wir es versucht!“ kommentierte der wackere Initiator seine Absage trotzig - und außerdem durften wir Athleten die Finisher-T-Shirts mit nach Hause nehmen. Ich trage es mit dem gleichen Stolz wie meine anderen Souvenir-Hemden (sie füllen bei mir zwei komplette Kommodenfächer), denn der Stolz ergibt sich nicht nur aus der Tat, sondern bereits der ernstgemeinte Vorsatz verdient (Selbst-) Lob.

Und nu‘ sitze ich im Frühstückscafé, nach ausführlichem Frühsport (26 km Laufen zum Ismaninger Isarsteg und zurück) und suche bei Google Earth den Jadebusen nach dem Leuchtturm Arngast ab. Und wenn man ein bisserl Geduld mitbringt, findet man ihn auch. Hier:


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